Nach und nach treffen unsere Reiseteilnehmer auf dem Sky Harbour International / Phoenix und wenig später im Hospitality Suite Resort in Scottsdale ein. Hubi und Medi machen den Anfang. Sie haben sich den Komfort der Lufthansa gegönnt – mit einer Option auf Upgrade. Walter, Tanja, Leon und ich haben uns nur British Airways geleistet und mussten einen Aufenthalt in London mit einem U-Bahn-Trip vom London City Airport im Osten nach zum Flughafen Heathrow im Westen in Kauf nehmen. Rolf und Birgit kommen von einem Kurzurlaub in Kalifornien, Steve und Judith von ihrem neuen Zuhause in Florida. Und Stefan fliegt aus Kanada ein, wo er irgendeinen Verwandten besucht hat. Den Nachmittag verbringen wir am Pool, beschnuppern uns gegenseitig und sammeln erste gruppendynamische Erfahrungen.
Am Abend lernt Leon die engen Grenzen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennen: Die junge Kellnerin will ihm kein Bier servieren, weil er seine 21 Jahre nicht ausweisen kann. Den Reisepass hat er im Koffer in unsrem Appartement vergessen. Eine von mir angebotene eidesstattliche Erklärung kann die strenge Hüterin von Gesetz und Ordnung nicht umstimmen. „It’s against the law” … und basta. Einen Revolver hätte er übrigens am nächsten Tag in einem Waffengeschäft anstandslos kaufen können.
Die erste Begegnung mit der Küche und der Esskultur der Amerikaner bestätigt meine Vorurteile. Das Restaurant hat wenig Komfort, noch weniger Ambiente ... und das Essen so gut wie keinen Geschmack. Mein erstes Steak auf amerikanischem Boden ist eine zähe Geschmacksverirrung. Dabei hatten mir die Gourmets und Jet-Setter aus meinem Bekanntenkreis Steaks wärmstens ans Herz gelegt. O-Ton Gaby: „Man muss einmal im Leben ein Prime-Rip gegessen haben.“