Arizona '08  -  Sonntag, 5.10.2008
of Wolfgang

 
 
Created on 08-04-09
Last updated on 08-04-09
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Nach einem opulenten American Breakfast starten wir zur ersten Etappe der 6-tägigen Tour. Steve übernimmt die Führung und keiner macht ihm die Rolle streitig. Mit seinen knapp 30 Jahren verfügt er über beachtliche Sozialkompetenzen und Führungsqualitäten.
Einer nach dem anderen reiht sich in den fließenden Verkehr ein. No problem - ganz easy. Die Amerikaner fahren sehr entspannt, keiner überholt, keiner hupt, keiner drängelt. Und die Ampeln sind so geschaltet, dass der Verkehr fließen kann. Der ehemalige Leiter des Straßenverkehrsamtes in Kassel bekommt eine Lektion in Verkehrsplanung.

Nachdem wir Phoenix in Richtung Norden verlassen und den Großstadtverkehr hinter uns gelassen haben, durchfahren wir zunächst auf einsamen Landstraßen die für Arizona so typische Wüstenlandschaft - die Heimat von Coyoten, Kakteen und Klapperschlangen.
Im weiteren Verlauf des Tages verändert sich die Umgebung: Es wir hügeliger, bergiger, gebirgig ... wir sind im Red Rock Country und nähern uns Sedona. Grandiose Felsformationen aus rotem Sandstein geben diesem Ort eine unverwechselbare Kulisse. Viele Künstler haben sich hier angesiedelt und entlang der Hauptstraße eine kleine Künstlerkolonie aufgebaut. „Ich wäre ja so gerne noch geblieben ...“, scheint Medis innere Stimme zu singen.

Unsere Suche nach dem La Quinta Inn Sedona erweist sich als problematisch. Erst nachdem Hubertus einen verängstigten kleinen Indianer mit „Help me“ auf die Straßenkreuzung zitiert hat, bekommen wir einen zweckdienlichen Hinweis: Wir sind durchaus auf dem rechten Wege.
Das Hotel ist ein geschmackvoller Gebäudekomplex in dezenten Erdfarben, dessen Architektur an die Pueblos der Navayo Indianer erinnert. Im Empfangsraum versprechen schwere braune Ledersessel und ein großer offener Kamin traditionelle Gastlichkeit. Aber, das ist ein leeres Versprechen! Es gibt nichts zu essen und auch nichts zu trinken. Nicht mal eine kalte Cola. Kaum zu glauben. Wir haben zwar verstanden, dass aus Gründen der Fürsorge für die debilen und dekadenten Indianer ein striktes Alkoholverbot in den meisten Hotels von Arizona gilt, aber eine solche Servicewüste hätte keiner erwartet - nicht im Vaterland der Marktwirtschaft. Unsere Rettung ist ein kleines mexikanisches Restaurant, in dem uns ein schwuler Cowboy mit Essen und Trinken versorgt. Selbst eine großzügige Dosierung von Bier und Tequilla täuschen nicht darüber hinweg, dass die Qualität des Essens insgesamt nur mäßig, mein Steak aber saumäßig ist.



 


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