Arizona '08 - Freitag, 10.10.2008of Wolfgang
Created on 08-04-09
Last updated on 10-05-09
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Bevor wir Richtung Süden fahren, machen wir noch einen Abstecher zum Canyon de Chelly. Richtig beeindrucken kann dieses National Monument trotz seiner imponierenden Größe, der spektakulären Felswände und bizarren Felsformationen und der beeindruckenden Siedlungsgeschichte niemanden so richtig. Der Grand Canyon hat Maßstäbe gesetzt und lässt alles Andere vergessen.
Der Wetterdienst hat eine Sturmwarnung rausgegeben ... und recht behalten. Die Tour führt uns in die White Mountains. Oben auf dem Colorado-Plateau sind wir dem immer stärker wehenden Westwind fast schutzlos ausgeliefert. Im Schritttempo quälen wir uns Meile um Meile voran. Die Böen sind zum Teil so stark, dass unsere Maschine in bedrohliche Schieflagen gedrückt wird. Wir bewegen uns wie mit einem Segelboot „hart am Wind“, nur das Gegensteuern muss man vermeiden. Leon bleibt ruhig und gelassen – ganz cool, wie es seine Art geworden ist. Nach dem Abitur hat er offensichtlich irgendwann auch die Reifeprüfung abgelegt. In den gemeinsamen Tagen habe ich diese Metamorphose vom unmündigen Jugendlichen zum selbständigen Erwachsenen studieren können. Er zeigt selten Aufgeregtheit oder Nervosität, verbreitet keine Hektik, macht keinen Stress. Ein guter Kumpel und verlässlicher Freund!
Hubertus scheint unter dem Sturm besonders zu leiden. Er bietet einen zu großen Luftwiderstand. Seine Pierre-Cardin-Lederjacke bläht sich bisweilen wie ein Fallschirm auf. Form follows function, dear friend! Für ihn wird diese Etappe zur Tortur.
Als wir das Stammesgebiet der Appachen erreichen, geben dichte Laubwälder ein wenig Schutz vor dem Sturm und wir kommen wieder schneller voran. In einem historischen Fort geben wir erst- und einmalig unserem Bildungshunger nach: Im kleinen Völkerkundemuseum der ehemaligen Festungsanlage arbeiten wir die Geschichte vom Untergang der Appachen im Schnelldurchlauf ab. Lediglich die gut erhaltene Blockhütte eines weißen Offiziers weckt unser Interesse für einige Zeit.
Der zweite Teil der Etappe führt und in eine karge, zerklüftete Gebirgsgegend, die mit tiefen Tälern und
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